THC (Tetrahydrocannabinol): Unterschied zu CBD und Grenzwerte

Geprüft von Bernard Vos am

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Kurz gefasst

  • THC ist das Cannabinoid aus Hanf, das den Rausch auslöst.
  • Nutzhanf darf nach dem Konsumcannabisgesetz höchstens 0,3 Prozent THC enthalten.
  • Vollspektrum-Produkte enthalten Spuren von THC, Breitspektrum und Isolat laut Laborbericht nicht.

Was ist THC genau?

THC steht für Tetrahydrocannabinol, das Cannabinoid aus Hanf, das den Rausch auslöst. Vielleicht kennen Sie den Namen aus Berichten über Cannabis.

THC ist eines von über hundert Cannabinoiden, die Cannabis sativa bildet. Bekannte Verwandte sind CBD, CBG und CBN. Die Seite gehört zur CBD-Wissensdatenbank von CBDviva.

Der Unterschied zwischen Nutzhanf und Marihuana liegt im THC-Gehalt. Nutzhanf für den Anbau bleibt unter 0,3 Prozent. Marihuana erreicht ein Vielfaches davon und wird für andere Zwecke angebaut.

Worin unterscheiden sich THC und CBD?

Der Unterschied liegt in der Bindung an den CB1-Rezeptor, im Effekt auf das Gehirn und im rechtlichen Rahmen. Beide Stoffe haben dieselbe Summenformel, aber einen anderen räumlichen Aufbau.

THC dockt fest an CB1 an, einen Rezeptor auf Nervenzellen. Daher stammt der Rausch (Quelle: Iffland & Grotenhermen, 2017). Cannabidiol bindet an derselben Stelle nur schwach.

Stellen Sie sich vor: Sie vergleichen zwei Öle im Regal. Das eine ist ein Vollspektrum-Öl und enthält THC-Spuren. Das andere ist Breitspektrum oder Isolat und enthält laut Zertifikat kein nachweisbares THC. Den Vergleich der Spektren finden Sie unter CBD-Spektrum.

EigenschaftTHCCBD
CB1-Rezeptorstarke Bindungkaum Bindung
Berauschendjanein
Einordnung DeutschlandKonsumcannabis nach KCanG, medizinisch verschreibungspflichtigKosmetik zulässig, Lebensmittel ungeklärt
Im CBD-Endproduktnur Spuren aus NutzhanfHauptbestandteil
DrogentestTage bis Wochen nachweisbarnicht bei Isolat oder Breitspektrum
StraßenverkehrGrenzwert 3,5 ng/ml Blutserumkein eigener Grenzwert

Wo setzt THC im Körper an?

THC bindet stark an CB1, einen Rezeptor im Nervensystem. Diese feste Bindung erklärt, warum der Effekt so deutlich spürbar ist.

Das Endocannabinoid-System enthält Rezeptoren, an denen der Körper eigene Botenstoffe andockt. Anandamid ist so ein körpereigenes Cannabinoid. THC passt an dieselben Stellen.

Dabei bindet THC deutlich fester und bleibt länger gebunden als die körpereigene Variante. CB1-Rezeptoren sitzen besonders dicht in Hirnarealen für Gedächtnis, Stimmung, Appetit und Bewegung.

Neben CB1 spricht THC auch CB2-Rezeptoren auf Immunzellen an. Für das Verständnis des Rauschs bleibt CB1 der wichtigste Ansatzpunkt.

Was gilt rechtlich in Deutschland?

Seit dem 1. April 2024 regelt das Konsumcannabisgesetz (KCanG) den Umgang mit Cannabis. Drei Ebenen sollten Sie auseinanderhalten.

Nutzhanf und CBD-Produkte

Das KCanG definiert Nutzhanf als Material aus zertifizierten Sorten mit höchstens 0,3 Prozent THC. Produkte aus diesem Material fallen nicht unter die Cannabis-Regeln. Die frühere Praxisgrenze von 0,2 Prozent ist damit überholt, auch wenn einzelne Stellen sie weiter als Vorsichtswert nennen. Details stehen unter THC-Grenzwert.

Für Lebensmittel auf Hanfsamen-Basis gelten zusätzlich EU-Höchstgehalte: 3 mg/kg für Hanfsamen und Erzeugnisse daraus, 7,5 mg/kg für Hanfsamenöl. Für Öle mit Hanfsamenöl als Trägeröl ist dieser Wert relevant.

Konsumcannabis

Cannabis mit hohem THC-Gehalt fällt unter das KCanG mit eigenen Mengen- und Altersregeln. Strafrechtlich hat der Bundesgerichtshof am 18. April 2024 die nicht geringe Menge bei 7,5 Gramm THC festgelegt. Bei üblichen CBD-Produkten ist dieser Wert nicht erreichbar.

Medizinisches Cannabis

Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig und wird über Apotheken abgegeben. Es unterscheidet sich sowohl von Konsumcannabis als auch von THC-Spuren in einem frei verkäuflichen Öl.

Den vollständigen Rahmen beschreibt die Rechtslage in Deutschland. Warum CBD-Lebensmittel gesondert beurteilt werden, steht unter Novel Food.

THC im Drogentest

Drogentests messen meist nicht THC selbst, sondern das Abbauprodukt THC-COOH. Dieses Abbauprodukt lagert sich in Fettgewebe ein und wird langsam wieder freigesetzt.

Nach einmaligem Konsum verschwindet der Nachweis in der Regel innerhalb weniger Tage. Bei täglichem Konsum kann er Wochen anhalten.

Für Käufer von CBD-Produkten hängt das Risiko vom Spektrum ab:

  • Vollspektrum kann THC-Spuren im Rahmen der Nutzhanf-Grenze enthalten. Bei häufiger Einnahme und empfindlichen Tests ist ein Ergebnis selten, aber möglich.
  • Breitspektrum und Isolat enthalten laut Analysezertifikat kein nachweisbares THC.

Eine Garantie geben wir nicht, denn Testverfahren und Stoffwechsel unterscheiden sich. Wenn ein Test ansteht, ist Breitspektrum oder Isolat die vorsichtigere Wahl.

Im Straßenverkehr gilt ein eigener Grenzwert von 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum. Was das für die Einnahme bedeutet, steht unter CBD und Autofahren.

Welche Risiken sind mit THC verbunden?

THC bringt kurzfristige und langfristige Risiken mit sich, besonders bei häufigem Konsum und bei jungen Menschen.

Kurzfristig beschrieben werden verändertes Reaktionsvermögen, schnellerer Puls, Mundtrockenheit und ein schlechteres Kurzzeitgedächtnis. Bei höheren Mengen kommen Angstgefühle und Herzklopfen vor.

Langfristig steht bei häufigem Konsum das Risiko einer Abhängigkeit im Vordergrund. Auch die kognitive Entwicklung bei Konsum vor dem 25. Lebensjahr wird untersucht. Bei bestehender Anfälligkeit für psychotische Beschwerden gilt Zurückhaltung als angezeigt.

Sprechen Sie mit Arzt oder Apotheker, wenn Sie Medikamente einnehmen, schwanger sind oder stillen. Cannabinoide können den Abbau von Arzneistoffen beeinflussen, siehe Wechselwirkungen und Sicherheit.

Häufige Fragen

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen CBD und THC? THC bindet stark an den CB1-Rezeptor und berauscht. CBD bindet dort kaum und berauscht nicht. Auch rechtlich werden beide Stoffe unterschiedlich eingeordnet.

Wie viel THC darf ein CBD-Produkt enthalten? Ausgangsmaterial aus zertifiziertem Nutzhanf darf höchstens 0,3 Prozent THC enthalten. Für Lebensmittel auf Hanfsamenöl-Basis gelten zusätzlich EU-Höchstgehalte.

Wie lange ist THC nachweisbar? Abbauprodukte von THC lassen sich im Urin je nach Häufigkeit, Menge und Testverfahren Tage bis Wochen nachweisen.

Kann ein Vollspektrum-Öl einen Drogentest auslösen? Möglich ist es, weil Vollspektrum-Produkte THC-Spuren enthalten. Breitspektrum und Isolat enthalten laut Analysezertifikat kein nachweisbares THC.

Die Informationen auf dieser Website dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihren Arzt oder Apotheker.

Quellen

  1. 1.An Update on Safety and Side Effects of CannabidiolCannabis and Cannabinoid Research (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
  2. 2.Cannabidiol (CBD) Critical Review ReportWorld Health Organization, Expert Committee on Drug Dependence (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
  3. 3.Konsumcannabisgesetz (KCanG), § 1 Nr. 8 NutzhanfBundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
  4. 4.Pressemitteilung zur nicht geringen Menge THC unter dem KCanG (1 StR 106/24)Bundesgerichtshof (). Abgerufen am 31. Juli 2026.
  5. 5.Hanfsamen, Hanföl, Hanftee: THC-Höchstgehalte nach VO (EU) 2023/915Verbraucherzentrale (). Abgerufen am 31. Juli 2026.