Schwermetalle in CBD: was der Laborbericht zeigt
Hanf holt Metalle aus dem Boden in die Pflanze. Deshalb gehört die Schwermetall-Prüfung in den Laborbericht jeder einzelnen Charge.
Geprüft von Bernard Vos am
Zuletzt aktualisiert am
Kurz gefasst
- Hanf zieht Metalle aus dem Boden, deshalb gehört die Prüfung in jeden Laborbericht.
- Geprüft werden Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen, meist in Milligramm pro Kilogramm.
- „Nicht nachweisbar" heißt unterhalb der Messgrenze, nicht null.
Warum Hanf Metalle aus dem Boden zieht
Hanf nimmt Schwermetalle über die Wurzeln auf und lagert sie in Stängel, Blatt und Blüte ein. Vielleicht haben Sie gelesen, dass Hanf zur Bodenreinigung angebaut wird. Genau diese Eigenschaft macht die Laborprüfung nötig.
Fachleute nennen den Vorgang Phytoextraktion. Gemeint ist die Aufnahme von Metallen aus dem Boden in die oberirdischen Pflanzenteile. Der Hanf wirkt dabei wie ein Schwamm.
Zwei Eigenschaften machen ihn dafür geeignet. Er wächst schnell und bildet tiefe Wurzeln. Außerdem übersteht er Böden, auf denen viele andere Nutzpflanzen eingehen (Quelle: Linger et al., 2002).
Cadmium nimmt die Pflanze besonders bereitwillig auf (Quelle: Citterio et al., 2003). Alte Industrieflächen und stark gedüngte Äcker tragen häufiger erhöhte Werte. Herkunft und Anbaufläche sind deshalb kein Nebenthema.
Für ein Lebensmittel kehrt sich die Stärke der Pflanze um. Was im Blatt landet, gelangt bei der Verarbeitung auch in das Extrakt. Der Boden entscheidet also mit über den Inhalt Ihrer Flasche.
Welche Pflanze dahintersteht, beschreibt Hanf als schnell wachsende Nutzpflanze.
Diese vier Metalle prüft das Labor
Eine vollständige Prüfung nennt Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen einzeln. Diese vier finden Sie auf fast jedem Zertifikat unter der Überschrift „Schwermetalle" oder „Heavy Metals".
Blei stammt meist aus Altlasten im Boden und aus Staub entlang von Straßen. Cadmium gelangt über Phosphatdünger und Klärschlamm auf den Acker. Beide gelten in Lebensmitteln als unerwünschte Begleitstoffe.
Quecksilber kommt vor allem über die Luft in den Boden. Der zulässige Wert ist deshalb der strengste der vier. Arsen tritt natürlich im Gestein auf und schwankt stark je nach Region.
Gemessen wird üblicherweise mit ICP-MS. Die Abkürzung steht für ein Massenspektrometer mit induktiv gekoppeltem Plasma. Das Verfahren erkennt Metalle noch in sehr kleinen Mengen.
Eine Sammelzeile mit dem Vermerk „Schwermetalle bestanden" sagt wenig aus. Sie nennt weder die geprüften Metalle noch die gemessenen Werte. Vier eigene Zeilen sind das bessere Zeichen.
Der Prüfumfang unterscheidet sich zwischen den Laboren. Manche Berichte führen zusätzlich Nickel oder Chrom auf. Diese Ergänzung ist kein Muss, zeigt aber einen breiten Prüfansatz.
So finden Sie die Werte im Zertifikat
Die Metalle stehen in einer eigenen Tabelle mit vier Spalten: Stoff, Ergebnis, Bestimmungsgrenze und Höchstgehalt. Angenommen, Sie haben den Bericht als PDF vor sich.
Suchen Sie zuerst die Überschrift mit dem Wort Schwermetalle. Darunter stehen die vier Metalle untereinander. Rechts daneben folgt jeweils der gemessene Wert.
Die Einheit lautet fast immer Milligramm pro Kilogramm. Das entspricht einem Anteil von eins zu einer Million. Auf englischsprachigen Berichten steht dafür oft ppm.
Manche Labore rechnen in Mikrogramm pro Kilogramm. Dieser Wert ist tausendmal kleiner als ein Milligramm pro Kilogramm. Ein Blick auf die Einheit verhindert an dieser Stelle einen Denkfehler.
Manche Berichte tragen eine fünfte Spalte mit dem Vermerk „Pass" oder „Bestanden". Dieser Vermerk ersetzt den Zahlenwert nicht. Er zeigt nur, dass das Labor den Messwert mit einem Grenzwert verglichen hat.
Prüfen Sie außerdem, worauf sich der Wert bezieht. Bei manchen Berichten steht das reine Extrakt in der Kopfzeile, bei anderen das abgefüllte Öl. Für das Endprodukt wird ein Extrakt mit Trägeröl verdünnt, wodurch der Wert pro Kilogramm sinkt.
Wie das Dokument insgesamt aufgebaut ist, erklärt das Analysezertifikat Zeile für Zeile.
Welche Höchstgehalte in der EU gelten
Für Nahrungsergänzungsmittel nennt die Verordnung (EU) 2023/915 feste Höchstgehalte. Wer zwei Laborberichte vergleicht, braucht diese Zahlen als Maßstab.
| Metall | Höchstgehalt für Nahrungsergänzungsmittel | Einordnung |
|---|---|---|
| Blei | Höchstens 3,0 mg/kg. | Stammt aus Altlasten und Staub. |
| Cadmium | Höchstens 1,0 mg/kg. | Wird von Hanf gut aufgenommen. |
| Quecksilber | Höchstens 0,10 mg/kg. | Strengster Wert der vier. |
| Arsen | Kein allgemeiner Wert für diese Produktgruppe. | Wird trotzdem meist mitgeprüft. |
Bei Arsen gibt es also eine offene Stelle. Die Verordnung regelt den Stoff für andere Lebensmittel wie Reis. Ein guter Bericht führt Arsen trotzdem auf, weil die Labore alle vier Metalle als Paket messen.
Ein Rechenbeispiel ordnet die Größenordnung ein. Ein 10-Milliliter-Fläschchen wiegt etwa 9 Gramm. Beim Höchstgehalt für Blei entspräche das rund 0,027 Milligramm im ganzen Fläschchen.
CBD-Öl ist rechtlich noch kein zugelassenes Lebensmittel. Dazu läuft das offene Zulassungsverfahren für CBD in Lebensmitteln weiter. Die Werte für Nahrungsergänzungsmittel dienen deshalb als Orientierung und nicht als Freigabe.
Was „nicht nachweisbar" wirklich bedeutet
Der Eintrag „nicht nachweisbar" sagt nur, dass der Wert unter der Messgrenze des Verfahrens liegt. Für Sie heißt das: sehr wenig, aber keine mathematische Null.
Jedes Labor arbeitet mit einer Bestimmungsgrenze. Sie steht oft als LOQ in einer eigenen Spalte. Unterhalb dieser Grenze liefert das Gerät keine belastbare Zahl mehr.
Zwei Berichte mit dem Vermerk „n.n." sind deshalb nicht automatisch gleichwertig. Das eine Labor misst ab 0,01 mg/kg, das andere erst ab 0,05 mg/kg. Ohne Angabe der Grenze bleibt der Eintrag eine halbe Auskunft.
Fragen Sie im Zweifel beim Anbieter nach der Bestimmungsgrenze. Ein sorgfältiges Labor nennt sie ohne Rückfrage. Fehlt sie ganz, spricht das für einen knapp gehaltenen Bericht.
Woran Sie eine sorgfältige Prüfung erkennen
Eine belastbare Schwermetall-Prüfung gehört zu einer einzelnen Charge und nennt alle vier Metalle mit eigenem Wert. Stellen Sie sich zwei Berichte nebeneinander auf dem Tisch vor.
- Chargenbezug: Die Nummer im Bericht steht auch auf Ihrer Flasche.
- Vier eigene Zeilen: Eine Sammelangabe ohne Werte reicht nicht.
- Bestimmungsgrenze je Metall: Ohne sie bleibt „nicht nachweisbar" unscharf.
- Prüfdatum: Es liegt nah am Abfülldatum der Charge.
- Laborname und Anschrift: Beide stehen im Kopf des Dokuments.
Am Extraktionsweg ändert sich bei Metallen wenig. Metalle sind nicht flüchtig und verschwinden nicht durch Wärme oder Druck. Wie das Extrakt entsteht, zeigt die CO2-Extraktion unter hohem Druck.
Überschreitet ein Wert den Höchstgehalt, darf die Charge nicht in den Handel. Sorgfältige Hersteller sperren solche Chargen und lassen nachmessen. Sichtbar wird dieser Schritt für Sie nur über den Bericht Ihrer eigenen Charge.
Staatlich prüfen in Deutschland die Behörden der Bundesländer, koordiniert über das BVL. Eine Pflicht zur Veröffentlichung des Laborberichts folgt daraus nicht. Freiwillige Transparenz bleibt deshalb ein brauchbares Unterscheidungsmerkmal.
Warum jeder Bericht an genau eine Produktion gebunden ist, erklärt die Chargennummer auf Flasche und Bericht. Die zweite große Reinheitsprüfung beschreibt das Pestizid-Screening im Laborbericht. Die THC-Zeile im selben Dokument nimmt Gesamt-THC im Laborbericht prüfen auseinander.
Sortimente mit veröffentlichten Berichten finden Sie unter CBD-Öl mit Pipette. Alle weiteren Prüfpunkte bündelt die Übersicht zur CBD-Qualität. Die übrigen Themen sammelt alles über CBD im Überblick.
Häufige Fragen
Sind Schwermetalle in CBD-Öl ein häufiges Problem? Belastbare Marktzahlen für Deutschland gibt es nicht. Deshalb ist der chargenbezogene Laborbericht die einzige verlässliche Auskunft über ein konkretes Produkt.
Was bedeutet die Einheit mg/kg? Ein Milligramm pro Kilogramm entspricht einem Anteil von eins zu einer Million. Auf englischsprachigen Berichten steht dafür oft die Abkürzung ppm.
Hilft Bio-Anbau gegen Schwermetalle? Nur begrenzt. Bio-Regeln steuern den Einsatz von Betriebsmitteln, nicht die Altlasten im Boden einer Fläche.
Reicht ein Laborbericht der Marke für alle Flaschen? Nein. Jede Charge wächst auf anderem Boden und braucht deshalb einen eigenen Bericht mit eigener Nummer.
Zuletzt geprüft am 14. August 2026 von Bernard Vos. Wie wir Inhalte prüfen, steht in den Redaktionsrichtlinien.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zu Medikamenten wenden Sie sich an Arzt oder Apotheker.
Quellen
- 1.GesetzgebungVerordnung (EU) 2023/915 über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln — EUR-Lex (). Abgerufen am 14. August 2026.
- 2.Offizielle StelleFAQ Hanf, THC, Cannabidiol (CBD) — Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) (). Abgerufen am 14. August 2026.
- 3.StudieIndustrial hemp (Cannabis sativa L.) growing on heavy metal contaminated soil — Industrial Crops and Products (). DOI: 10.1016/S0926-6690(02)00005-5. Abgerufen am 14. August 2026.
- 4.StudieHeavy metal tolerance and accumulation of Cd, Cr and Ni by Cannabis sativa L. — Plant and Soil (). DOI: 10.1023/A:1026113905129. Abgerufen am 14. August 2026.
- 5.Experten / BrancheRedaktionsdossier: chargenbezogene Analysezertifikate der geführten Marken — CBDviva-Redaktion (). Abgerufen am 14. August 2026.